Vier Pfoten: Protest gegen Tierwohllabel

Vierpfoten-Protest

Mit dem Online-Protest „Das soll ‚Mehr Tierwohl’ sein?“ richtet sich die Stiftung Vier Pfoten gegen das neue staatliche Tierwohllabel von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Kritisiert wird, dass das Label in der Einstiegsstufe das Halten von Schweinen auf Betonboden, im Abferkelbereich das Einsperren von Sauen im Kastenstand-Käfig und das Abschneiden der Ringelschwänze erlaube. „Solch tierquälerisch erzeugte Produkte mit ‚Mehr Tierwohl’ zu kennzeichnen ist Betrug, die für 2018 geplante Markteinführung des Labels muss gestoppt werden“, so Vier Pfoten. Nach Angaben der Stiftung haben innerhalb weniger Tage über 1.000 Menschen den Protest auf www.vier-pfoten.de/tierwohllabel unterschrieben.

„Das staatliche Tierwohllabel ist eine Mogelpackung“, findet Denise Schmidt, Kampagnenleiterin Vier Pfoten Deutschland. „Dem Verbraucher wird vorgespielt, dass das Tier zuvor ein besseres Leben hatte als bisher. Doch für das Tier ändert das Label so gut wie gar nichts. Und dafür soll der Verbraucher 20 Prozent mehr Geld bezahlen. Das ist dreiste Verbrauchertäuschung!“ Das „Mehr Tierwohl“-Label soll zwei Stufen haben, eine Einstiegsstufe und eine Premiumstufe. Tierschutzorganisationen fordern, dass bereits in der Einstiegsstufe Tierwohlkriterien gelten müssen, die deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen. Denn insbesondere die Einstiegsstufe werde auf dem Markt Verbreitung finden, so Vier Pfoten, und deshalb die meisten Tiere betreffen.

Vier Pfoten fordert eine obligatorische EU-Kennzeichnungspflicht für alle tierischen Produkte, analog zu der bekannten 0 – 1 – 2 – 3 Kennzeichnung von Eiern. Nur so könnten sich Konsumenten beim Einkauf tatsächlich bewusst für oder gegen ein Haltungssystem entscheiden, argumentiert Vier Pfoten.  (Mai 2017, Autor: Thomas Hillmann)  Quelle und Website-Ausriss: Vier Pfoten

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