Handelsmarken legen europaweit zu

Handelsmarken

Der Marktanteil von Handelsmarken erreicht Nielsen-Daten zufolge in neun europäischen Ländern einen historischen Höchststand, berichtet der PLMA International Council. In 15 der 20 Länder, die für das Internationale Jahrbuch der Handelsmarken der PLMA erfasst wurden, betrage er erstmals 30 Prozent oder mehr. Den Zahlen des Jahrbuchs 2017 zufolge verbuchten Handelsmarken in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Belgien, Polen, Österreich, Schweden, Norwegen und Dänemark Marktanteile in noch nie dagewesener Höhe. Am stärksten erhöhte sich der Marktanteil in Österreich (um 2,8 Punkte auf 43 %), gefolgt von Deutschland (um 2,1 Punkte auf 45 %) und Polen (um 1,4 Punkte auf 30 %). In den folgenden sieben Ländern beträgt er inzwischen mindestens 40 Prozent: Großbritannien, Deutschland, Österreich, Belgien, Schweiz, Spanien und Portugal.

PLMA-Präsident Brian Sharoff stellt fest: „Die neuesten Zahlen von Nielsen machen deutlich, dass 2016 für Einzelhandelsmarken in Europa ein weiteres gutes Jahr war. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort, der zeigt, dass der Erfolg von Handelsmarken nicht an Konjunkturzyklen gekoppelt ist, sondern das wachsende Vertrauen der Verbraucher in Einzelhandelsmarken widerspiegelt.“ In Großbritannien konnten Handelsmarken ihren Marktanteil von über 45 Prozent behaupten und sind weiter auf Wachstumskurs. Hier erweitern Supermärkte ihre Handelsmarkenprogramme, um im Wettbewerb mit den Discountern bestehen zu können. In Frankreich liegt die Marktdurchdringung mit Handelsmarken bereits im dreizehnten Jahr in Folge über 30 Prozent. Auch in Belgien und den Niederlanden erreichte der Marktanteil von Handelsmarken einen neuen Höchststand. Die skandinavischen Länder – Dänemark, Norwegen und Schweden – verbuchten ebenfalls Steigerungen. In allen diesen Ländern beträgt die Marktdurchdringung mit Handelsmarken nun 30 Prozent oder mehr.

In den mittel- und osteuropäischen Ländern war Polen der Spitzenreiter. Hier kletterte der Marktanteil um mehr als einen Punkt und überschritt damit ebenfalls die 30-Prozent-Marke. In Ungarn blieb er mit 34 Prozent konstant, und in der Tschechischen Republik und der Slowakei lag er weiterhin über 30 Prozent. Auch im Mittelmeerraum kam es zu Steigerungen. In Italien erhöhte sich der Marktanteil im fünften Jahr in Folge. Hier wurde der größte Zuwachs seit 2012 verbucht. Mit dem Markteintritt von Aldi und der Erweiterung des Verkaufsstellennetzes von Lidl werde die Marktdurchdringung mit Handelsmarken voraussichtlich noch zunehmen. In Griechenland und der Türkei konnten Handelsmarken ihren Marktanteil von über 20 Prozent behaupten.

Über die aktuelle Entwicklung im Bereich tiefgekühlter Marken und Handelsmarken berichtet tk-report minus 18 ausführlich in seiner Ausgabe 7-8/2017, die am 14. Juli erscheint. Die Zahlen von IRI zeigen darin ein Wachstum bei den TK-Marken, aber ein noch stärkeres bei den Handelsmarken. Wir fragten die führenden, überwiegend weiter wachsenden Markenanbieter, mit welchen Strategien sie es schaffen, sich so erfolgreich gegen die nicht mehr nur im Niedrigpreissegment anbrandende Handelsmarkenwelle zu behaupten. Wir sprachen mit PLMA-Präsident Brian Sharoff über die Zukunftsperspektiven auf der Private-Label-Seite. Und Florian Althoff, Zentraleinkäufer für das Tiefkühl-Sortiment bei Aldi Süd, erläuterte uns im Exklusiv-Interview die Marken- und Handelsmarken-Strategien des Discount-Giganten aus Mülheim an der Ruhr.   (Juni 2017, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle: PLMA

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