Tiernahrung aus der Insektenfarm

Buehler-Protix

Insekten werden als ressourcenschonend und nachhaltig zu erzeugendes Nahrungsmittel unter anderem von der Welternährungsorganisation (FAO) propagiert. Ein Hindernis ist jedoch, dass die Menschen, zumindest in Europa, in der Regel keine Insekten oder aus Insekten hergestellte Nahrungsmittel essen wollen. Die vom Schweizer Technologiekonzern Bühler und dem niederländischen Insektenerzeuger Protix gegründete Bühler Insect Technology (wir berichteten) baut jetzt in den Niederlanden eine Produktionsanlage für Insekten-Eiweiß, deren Produkte nicht direkt vom Menschen verzehrt werden sollen. Vielmehr wird der Weg über die Herstellung von Tierfutter gewählt. Larven der Schwarzen Soldatenfliege werden dafür auf Pflanzenabfällen großgezogen und anschließend zu Eiweiß und Fetten für das Futter von Schweinen, Hühnern, Fischen und Haustieren verarbeitet, heißt es in einer Mitteilung von Bühler.

„Die Landwirtschaft produziert ungefähr 525 Millionen Tonnen Pflanzenprotein im Jahr in Form von Mais, Reis, Weizen oder Sojabohnen“, führt Bühler aus. „Die heutige Eiweißproduktion ist aber nicht nachhaltig: Nur 25 Prozent des Eiweißes landet als Pflanzenprotein auf unseren Tellern, 15 Prozent werden verschwendet und 60 Prozent werden genutzt, um tierisches Eiweiß zu erzeugen.“ Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung müsse sich die Eiweißerzeugung aber bis 2050 verdoppeln. „Experten sind sich einig, dass dies mit traditionellen Methoden und Ressourcen der Landwirtschaft nicht möglich ist“, so Bühler weiter. Deshalb würden alternative Eiweißquellen wie Insekten oder Algen immer wichtiger. Insekten seien eine nachhaltige Alternative, führt Bühler aus: „Beim Heranwachsen auf organischen Rückständen gewinnen sie daraus bis zu 70 Prozent der Nährstoffe und recyceln damit ungenutzte Rohstoffströme in die Nahrungskette zurück.“

Baubeginn für die Fabrik, die Kunden aus der Futtermittelindustrie mit Eiweiß und Fetten versorgen soll, soll noch in diesem Jahr sein, die Betriebsaufnahme ist für die erste Jahreshälfte 2018 geplant. Die Larven der Schwarzen Soldatenfliege sollen dann mit Nebenprodukten aus örtlichen Brennereien sowie von Lebensmittelproduzenten und „Gemüse-Sammlern“ aus den Niederlanden gefüttert werden, worin Bühler ebenfalls die Nachhaltigkeit des Projektes unterstrichen sieht. (Juni 2017, Autor: Jörg Rüdiger)   Quelle und Foto: Bühler

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