FMCG: Die Großen rutschen ins Minus

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Erstmals seit 2002 sind die Umsätze der Top 50 der weltweiten Konsumgüterindustrie gesunken (-0,7%). Besonders die Nahrungsmittelbranche erleidet die größten Umsatzeinbußen (-2,5%). Die Digitalisierung und die Veränderungen des Kundenverhaltens öffnen den Markt jedoch für neue Spieler. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der internationalen Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants, die seit 2002 anhand relevanter Finanzkennzahlen die Konsumgüterbranche analysiert und auf dieser Basis ein Ranking der erfolgreichsten FMCG (Fast-moving consumer goods)-Riesen erstellt. Dass die Umsätze der Top 50-Unternehmen gesunken sind, stellt unterdessen ein Novum dar. Im Vergleich zu 2015 verzeichnete nur knapp die Hälfte der 50 größten Konsumgüterhersteller – und nur vier der 19 US-Unternehmen im Ranking – überhaupt positive Wachstumszahlen.

Das weltweit größte FMCG-Unternehmen ist nach wie vor Nestlé. Laut OC&C-Zahlen wuchs der Schweizer Konzern 2016 um 1 Prozent und verzeichnete ein Umsatzvolumen von 90,8 Milliarden US-Dollar. Der einzige deutsche Hersteller in den Top 50 ist Henkel (Platz 38). Chehab Wahby, Partner bei OC&C und Autor der Studie erklärt den Rückgang bei den großen Unternehmen: „Mit dem von uns erstmals diagnostizierten Rückgang der Wachstumsraten setzt sich ein Trend fort. Die Gründe sind vielfältig: Einige FMCG-Giganten hatten zuletzt ein geringes Mengenwachstum und konnten ihren Absatz nicht analog zum Bevölkerungswachstum steigern. Gerade in aufstrebenden Märkten kämpfen sie vielfach mit lokalen Champions um die Marktführerschaft. Andere sehen sich von kleineren Anbietern herausgefordert, die sich bietende Chancen durch die voranschreitende Digitalisierung klug zu nutzen. Vor allem die Nahrungsmittelbranche musste unter fallenden Rohstoffpreisen und damit starken Umsatzrückgängen leiden.“

Die Umsatzeinbußen der FMCG-Riesen haben ihre Wurzeln mitunter in der voranschreitenden Digitalisierung. Mühsam aufgebaute Markteintrittsbarrieren ließen sich immer leichter überwinden. Über soziale Medien bauten kleinere Anbieter direkten Kontakt zur Zielgruppe auf und umgingen so das klassische Distributionsnetz.   Bild: Jörg Brinckheger/pixelio.de (September 2017, Autor: Michael Berkemeier) Quelle: OC&C Strategy Consultants

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