Lkw-Kartell: Verbände-Gemeinschaft klagt

Im Falle des aufgedeckten Lkw-Kartells haben die über 200 Mitglieder der Verbände-Geschädigten-Gemeinschaft (VGG), zu der auch der VDKL gehört, nun aus prozesstaktischen Gründen Klage in den Niederlanden erhoben. Sie schließen sich damit einer Sammelklage an, die an die 50.000 Lkw-Beschaffungen aus dem Zeitraum von 1997 bis 2011 bündeln wird. Vertreten werden die betroffenen Unternehmen von der auf kartellrechtliche Schadensersatzansprüche spezialisierten Kanzlei MJG Rechstanwälte und Carter Damage Claims (CDC). 

Die Vorbereitungen zu der Klage laufen nach Aussagen der VGG bereits seit Juli 2017. Ein ökonometrisches Gutachten weise nach, dass die betroffenen Unternehmen durch das Kartell einen signifikanten finanziellen Schaden erfahren haben. „Aber die Hersteller waren – obwohl wir mit Augenmaß und Blick auf künftige Geschäftsbeziehungen vorgegangen sind – nicht zu außergerichtlichen Lösungen bereit“, bedauern die Verbands-Geschäftsführer Peilnsteiner (VDKL), Guder (BVGFGH – Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V.), Dr. Brügger (DFHV – Deutscher Fruchthandelsverband e.V.) und Goebel (GD Holz – Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V.) der VGG in einem gemeinsamen Statement. Die Entscheidung zur Klageerhebung sei zudem dadurch erleichtert worden, dass die Lkw-Hersteller teils recht harsch jegliches Schuldeingeständnis verweigerten.

Die vier Verbände hatten sich im Herbst 2016 zu einer Geschädigte-Gemeinschaft (VGG) zusammengeschlossen, nachdem bekannt worden war, dass die Lkw-Hersteller MAN, Volvo/Renault, Daimler, IVECO, Scania und DAF teilweise regelmäßig und planvoll unter anderem Preislisten, Bruttolistenpreise und auch Nettoverkaufspreise ausgetauscht hatten. Durch die nun erfolgte Zusammenarbeit mit CDC entstehen den teilnehmenden Unternehmen für die Klage weder Kosten noch finanzielle Risiken.    Bild: Erika Hartmann/ pixelio.de (Januar 2018, Redaktion: Michael Berkemeier) Quelle: VDKL

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